Pinsel und Computer
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"Augenweiden" ist der deutsche Titel für meine Malkunst - und ist zugleich der Name des hübschen Ateliers, das ich mir 2008 in der Pfalz einrichtete, im Städtchen Obermoschel. Für Obermoschel habe ich von 1999 bis 2009 die Homepage gestaltet und war auf manchem Fest dabei. Überdies habe ich Teile meiner Kindheit, von zwei bis fünf, dort verbracht, und meine Großeltern mütterlicherseits wohnten dort.

Soviel Beisammensein mündet in eine eigene Homepage - in der ich über Obermoschel bis etwa zum Stand von 2007 berichte. Hier kommen Gedanken zur bei mir nicht aus den Gemälden, aber aus den Fotos ersichtlichen Wechselwirkung von Ort und Bild, sodann über die Wechselwirkung zwischen Handarbeit und Software-Angeboten.

Bei trockenem Wetter: Das Malen im Freien

Ständig werden einem ja Maler gezeigt, die mit der Staffelei vor einer Szene stehen oder sitzen und diese Szene "nach der Natur" malen. Die Erfindung des Fotoapparates hat diese Maler einerseits damals sehr geschockt. Andererseits malten sie weiter "nach der Natur" und erzielen auch wunderbare Ergebnisse.
Zugleich ist die Menge der Bilder, die "nach Vorlage" gemalt wurden, größer, als die Maler verraten. Erstens werden Gemälde von Kollegen als Vorlage genommen und abgewandelt. Und eben zweitens wird sehr wohl nach Foto gearbeitet.

Aus obigem Foto wird deutlich: Da sitze ich nun ganz wunderbar in der Natur - und male sie nicht. Ich nehme diese Natur durchaus gern und detailliert zur Kenntnis. Meine Fotos von "Augenweiden" und vom vor meinen Augen liegenden Ort Obermoschel sind zahlreich. Ja, es sind aber eben Fotos. Beim Malen springe ich, sitzend in einer wunderbaren Plattform aus zwitschernden Vögeln, rauschendem Laub und beruhigendem Haus, heraus in meine Fantasie.

Ich habe nicht einmal vor, "nach Vorlage", also aufgrund von Fotos der Menschen, Blumen, Landschaften und Gebäude um mich herum diese nun, an der Staffelei sitzend, zu malen. Hundertfünfzig Jahre nach dem Schock durch Fotografie gleite ich hinüber in den Schock durch Computeraufarbeitung: Der Computer darf malen. Ich bin dabei weiterhin der Maler, mehr sogar wieder, als es beim Fotografieren Handwerk gibt. Aber es ist eine andere Stufe, ein Zitieren des Bildes und des Prinzips "Malerei" erreicht.

Die mit Computerbefehl gemalten Bilder sind erfreulich, meine ich. Ihre Herkunft ist aus klassischer Sicht allerdings schäbig: Bah, das sind doch nur Pixel. Nun wurden allerdings alle Maler, die sich überhaupt fort vom naturgetreuen Wiedergeben einer natürlichen Vorlage bewegten, von Teilen der Bevölkerung als "schäbig" beschimpft. Wir wussten aber, und die Geschichte der Kunst klopft uns auf die Schulter: Unsere Bilder sind zeitgemäß, sind Fortschritt, sind wirksam, sind klasse.